Rand und Band
Donnerstag, 22. Oktober 2020

WC- und Sauerstoffausfall auf ISS?

Der Russe zeigt, wie's geht: Zweitklo steht, Loch gestopft!

Mittwoch, 21. Oktober 2020

Tektologie

Alexander Bogdanov lebte von 1873 bis 1928, war russischer Arzt, Philosoph und Autor. Wie viele Intellektuelle seiner Zeit befasste er sich eingehend mit dem Marxismus. Im Anti-Dühring würdigte Engels den Hegelschen Satz, dass Freiheit Einsicht in die Notwendigkeit sei. Was bleibt aber von der Freiheit, wenn notwendige Anpassungsleistungen durch die Art der gesellschaftlichen Organisation zu einer zivilisatorischen Abwärtsspirale führen? Bogdanov nahm sich dieser Frage an und entwickelte dazu unter dem Namen „Tektologie“ einen Ansatz, mit dem sich überhaupt erst eine Gesellschaft als organisiertes System interagierender Elemente, die emergent sind, beschreiben lässt, das heißt, zusammen mehr ergeben als die Summe ihrer Teile.

Systemtheorie

Die Tektologie gilt als Vorläufer der Systemtheorie, die sich mit den Austauschbeziehungen von Systemen (organisatorische Einheiten) mit ihrer Umwelt (die Natur oder andere Systeme) beschäftigt. Und was tauschen Systeme mit ihrer Umwelt aus? Die Systemtheorie hat dafür einen Begriff aus der Thermodynamik übernommen: Systeme tauschen mit ihrer Umwelt Entropie aus. Entropie ist ein Maß für die Ungeordnetheit, Zufälligkeit und Desorganisiertheit. Im Zustand maximaler Entropie ist ein System vollständig zerfallen. Das Gegenstück lautet Negentropie: das ist der energetisch aufwendige Zustand von Ordnung und Vorhersagbarkeit.

Systemischer Metabolismus

Die Tendenz jedes Systems ist, Entropie, also Unordnung an seine Umwelt abzustoßen und Negentropie, also seine strukturelle Stabilität, zu vergrößern. Es findet also ein permanenter Energiefluss zwischen Systemen statt, wobei die Entropie insgesamt zunimmt – kein System währt ewig. Dieser Energiefluss, auch Metabolismus genannt, ist je nach Art der systemischen Organisation mehr oder weniger günstig für die Mitglieder einer Gesellschaft.

Freiheit und? oder? Notwendigkeit

Besteht der funktionelle Aufwand aus Alltagsaufgaben, etabliert ein System Verfahrensroutinen auf Grundlage von vermeintlichen Gewissheiten. Das ist systemtheoretisch gut erklärbar: Je erfolgreicher ein System in seiner metabolischen Konkurrenz mit anderen, desto größer ist seine Negentropie, das heißt desto stabiler ist es, aber auch umso festgelegter und institutionalisierter in seinen etablierten Verfahrensweisen.

Der 'proof of concept' ergibt sich erst in der Bewährung mit unvorhergesehenen Effekten. Das kann zum Beispiel passieren, wenn der (bislang exportierte) Entropiedruck auf ein Maß anwächst, der seinen Import erzwingt. Solche Effekte werden als Krisen wahrgenommen, weil sie die institutionalisierte Gewissheit eines Systems ins Wanken bringen. In hierarchisch organisierten Systemen mehren sich konkrete Abstiegsängste, die sich aber ohne das nötige Grundwissen über die zugrundeliegenden Funktionszusammenhänge irrational und chaotisch inszenieren - und ohne Aussicht auf systemische Alternative. Die betroffenen Systeme reagieren ihrerseits auf die Entropiezunahme mit freiheitseinschränkenden Maßnahmen und einer Ausweitung ihrer law-and-order Politik, um des Systemerhalts willen.

Dienstag, 20. Oktober 2020

Zum Streitgespräch traf sich eine Waldbesetzerin aus dem Dannenröder Forst, der der Trasse weichen soll, mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Hessischen Landtag, Mathias Wagner. Die kurze Passage, in der so viel Grundsätzliches steckt, lautete wie folgt: „Sie haben die Möglichkeit, diese Koalition platzen zu lassen und aus dieser Regierung auszutreten“, sagte Charlie Linde, wie sie sich in der Öffentlichkeit nennt. „Sie stellen sich hin und reden sich aus der Verantwortung.“ Darauf der Politiker: „Wir reden uns nicht aus der Verantwortung, wir bleiben in der Verantwortung.“ (www.freitag.de)

Wer grün wählt, tötet auch Butten!

Freitag, 16. Oktober 2020


Buttenzauber

Mittwoch, 14. Oktober 2020


Lotterleben

Timo Daum: Agiler Kapitalismus — jungeWelt-Lesewoche: Mittwoch, 14. Oktober, Livestream ab 19 Uhr

»Immer in Bewegung bleiben« lautet das Motto des digitalen Kapitalismus. Das Ideal der Agilität steht über allem: Statt fester Aufgabenprofile wechselnde Rollen, statt flacher Hierarchien wechselnde Teams, statt Unternehmen nur noch »Projekte«. Selbst manche Linke feiern das als Befreiung aus alten Zwängen. Doch der Digitalexperte und Physiker Timo Daum zeigt in seinem neuen Buch »Agiler Kapitalismus«: Es ist in Wirklichkeit nur die neueste Stufe der alten Sklaverei.

Moderation: Daniel Bratanovic

Montag, 12. Oktober 2020

Ceterum censeo: Abschnallen!


Stau, Stau, Stau auf der A dingsbums

Kann der Zweck die Mittel heiligen?

Auf keinen Fall, aber die Wahl der Mittel ist ein Luxus, der allein den Privilegierten vorbehalten ist.

(aus dem Film Die Axt von Costa-Gavras, Frankreich 2005)

Es gibt also welche, die anderen die Wohnung wegnehmen, nicht einmal um selber darin zu wohnen, sondern um sie wieder anderen zur Verfügung zu stellen, die aber auch nicht darin wohnen werden, sondern sie vermieten, wie man sagt, also ohne großes Zutun viel Geld dafür verlangen, mit dem sie sich schöne teure Sachen kaufen können. Muss man erst mal drauf kommen.

Die, die rausgeschmissen wurden, sind dafür obdachlos geworden, zum Teil. Die Rausschmeißer tun das im Auftrag einer abstrakten Mehrheit, Gesellschaft genannt, die das gutheißen soll. Ein bisschen mulmig ist manchen aber schon dabei, denn sie ahnen, sie könnten früher oder später auch dran sein. Also veröffentlichen die Rausschmeißer Bilder von den Wohnungen und betiteln sie mit „Drecksloch“. Das soll vermutlich die politische Akzeptanz der Aktion erhöhen und besonders die bestätigen, die zur verordneten Ausbeutung eine besenreine Kammer erwarten. Das ist doch das mindeste!

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