Rand und Band
Donnerstag, 7. Januar 2021

Morgen, 08.01.2021, in der jungen Welt zu lesen:

Corona und die Rechte – Feinde finden: Vorabdruck. Sozialdarwinismus – Ökofaschismus – Verschwörungsideologien. Die extreme Rechte reagiert in verschiedener Weise auf die Coronakrise

In diesen Tagen erscheint im Verlag Bertz und Fischer der von D. F. Bertz herausgegebene Sammelband »Die Welt nach Corona. Von den Risiken des Kapitalismus, den Nebenwirkungen des Ausnahmezustands und der kommenden Gesellschaft«. Wir veröffentlichen an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung von Verlag und Autorin den darin enthaltenen Beitrag von Natascha Strobl. (jW)

Hurra, mit der Pirc-Ufimzew in 34 Zügen zum Sieg!

Samstag, 2. Januar 2021

Lese- und Filmtip: Die russische Insel Sachalin

Anton Chekhov: The Island – A Journey to Sakhalin

Auf Sachalin leben die Nachfahren der russischen Urbevölkerung, die Niwchen und Gilyaken, deren Leben und Kultur durch die Härte und Rauheit der klimatischen und geographischen Bedingungen geprägt ist. Durch seine abgeschiedene Randständigkeit war das im äußersten Nordosten gelegene Sachalin bis 1906 die Gefängnisinsel für besonders schwere Vergehen. Literarische Bekanntheit erlangte Sachalin vor allem durch Anton Tschechows Reisebericht; der gelernte Arzt machte seine Studienreise nach Sachalin 1890, auf der Höhe seines Schaffens, und veröffentlichte seine Eindrücke in einem für ihn außergewöhnlich nüchternen und wissenschaftlichen Stil. Die Gründe für Tschechows entbehrungsreiche Reise sind meines Wissens nicht vollständig geklärt, in einem seiner Briefe nennt er die Bringschuld, die er gegenüber seiner wissenschaftlichen Ausbildung habe, und die er als Schriftsteller nie beglichen hat. Ein andermal spricht er von der Enge des bürgerlichen Lebens, aus dem er als Künstler auszubrechen habe.

Tschechow begibt sich in seinen Betrachtungen von Land und Leuten in die Rolle des Kulturwissenschaftlers, und wenn er dem Leser vom unbekannten Dasein der Gefangenen berichtet, in die des Aufklärers.

Sachalin – Russlands Insel zwischen den Welten (Dokumentation 2018, arte 02.01.2021, 19:30-20:15)

Seit Tschechows Reise sind 130 Jahre vergangen. Die Dokumentation berichtet vom Verbleib der Niwchen, ihrem Leben und ihren Traditionen inmitten einer russischen Bevölkerungsmehrheit.

Nachtrag: Die arte-Doku ist leider nicht empfehlenswert. Auf den Informationsgehalt reduziert, hätten locker 5 Minuten gereicht. Um das Aussterben ihrer Kultur zu verdeutlichen, wäre zumindest ein kulturgeschichtlicher Einblick erforderlich gewesen. Die heutigen Probleme – neben dem Kulturverfall und der Landflucht vor allem Umweltprobleme durch die russische Ölförderung – werden beiläufig in der Schlussszene erwähnt.

Montag, 28. Dezember 2020

Was rechten Willkommensgegnern zu sagen wäre

Der Fremdenkritiker

… imaginiert sich vielmehr die Sozialsysteme als Gemeinschaftskasse zu dem Zweck, einen ausschließenden Anspruch der Deutschen darauf zu erheben.

Und auch bei der Idee vom gemeinsamen Topf ist dem Beschwerdeführer nicht unbekannt, was für eine Streiterei hier normalerweise unter seinen Landsleuten am Stammtisch entbrennt. Der Sozialstaat hat die gesetzliche Altersversorgung schließlich als eine Konkurrenz zwischen Jung und Alt um zwangsweise erhobene Beiträge und schmal bemessene Leistungen organisiert, sodass die einen dauernd klagen, sie müssten zu viel dafür zahlen, und die anderen, sie würden zu wenig davon bekommen.

Nur im Verhältnis zu Ausländern wird dieser objektive Gegensatz mit seinen subjektiven Querelen zum Gemeinschaftsprojekt veredelt und gewinnt seine Schönheit folgerichtig nicht durch die Forderung nach besseren Renten, sondern durch die eingeklagte Schlechterstellung der beschuldigten Fremden. Die "genuine Besorgnis" ist also ein nationalistisches Abstandsgebot, eine schäbige, gemeine und insofern bezeichnende Idealisierung der Abhängigkeit, in der ein Untertan in den Verhältnissen steht, die ihm seine Herrschaft eingebrockt hat. Die unterschreibt und bekräftigt er, indem er sie ausländerfeindlich politisiert und in ihrem Namen fordernd wird.

(Quelle: www.heise.de)

Samstag, 26. Dezember 2020


Einzigartiger Blick in den Stall zu Bethlehem: mit legendärer Opferleiter.

Sonntag, 13. Dezember 2020

Animal Illustrations & Calendars by Theo van Hoytema

Ethereal collection of illustrated artworks by the Dutch artist Theodorus “Theo” van Hoytema (1863-1917). He was employed as a draughtsman in the Zoological Museum in Leiden where he was able to draw much inspiration from the natural form of animals. Theo was known as a book illustrator, painter, aquarellist, and etcher and is renowned for his incredibly detailed lithographic work. He was inspired by French Art Nouveau movement and Japanese graphic art which influenced him to create innovative floral and animal motives.

Samstag, 12. Dezember 2020

Ein Mitorganisator der Leipziger Corona-Demo bekam 8 Tage darauf Covid und ließ sich im Krankenhaus intubieren. (www.rnd.de)

Obwohl er gegen sie "rebelliert", wird ihm also in der "Coronazi-Diktatur" medizinisch geholfen. Das ist ja eine sonderbare Diktatur. Aber auch diese selbsternannten "Freiheitskämpfer" sind seltsam, liefern sich denen, die sie als Diktatoren und Betrüger schelten, freiwillig aus, um sich von ihnen das Leben retten zu lassen, statt ihren Weg konsequent zu Ende zu gehen.

Verstehe, Querdenker haben es nicht so mit der Logik und mit Verantwortung auch nicht, es sei denn die Eigen-, womit sie immerhin eine widerspruchsfreie Schnittmenge mit dem neoliberalen Mantra Ich-Ich-Ich bilden. Eine richtige Ich-AG – Bewegung, sozusagen.

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Die Guten rufen: Bösewicht! Denn ohne ihn, da wär'n die Guten stets nur schlicht. (Johann Elon von Goethe)

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Slavoj Zizek: „Die Pandemie ist nur eine Probe für die wirkliche Krise“

Es gibt eine gute Sache: Der Alltag macht uns aktuell zu Philosophen, wenn auch zu dummen Philosophen. Ich finde es toll, dass es Menschen gibt, ganz normale Durchschnittsmenschen, die jetzt gegen das Maskentragen protestieren und Masken mit Maulkörben und sich selbst mit Hunden vergleichen. Immerhin denken sie – vielleicht das erste Mal in ihrem Leben – über Würde und Humanität nach. Das kann man nur toll finden. Die Pandemie hat aus uns das Beste und das Schlimmste herausgeholt. Viele Ärzte und Pfleger riskieren ihr Leben, indem sie fremdes Leben retten. Ich finde, das sind Beispiele purer Schönheit. Ärzte riskieren ihr Leben, ohne dafür Beifall zu verlangen. Um Kant zu zitieren: „Du kannst, denn du sollst.“ Sie tun es einfach. Deswegen sage ich, dass unsere Würde mit den Schutzmaßnahmen und den Masken nicht bedroht wird, sondern im Gegenteil: Diese Maßnahmen sind der Beweis unserer Humanität.

(Quelle: www.berliner-zeitung.de)

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